Zwei Auszeichnungen für Sozial­wissenschaft­lerinnen der Universität Mannheim

Dr. Leah von der Heyde und Dr. Sandra Morgenstern sind für ihre wissenschaft­lichen Arbeiten ausgezeichnet worden. Während von der Heyde den Lorenz-von-Stein-Preis für ihre Dissertation zu Künstlicher Intelligenz in der Umfrageforschung erhält, wird Morgenstern für ihre Forschung zu Informations­kampagnen und Migration mit dem Bojanovsky-Preis geehrt.

Dr. Leah von der Heyde, Computational Social Scientist und Umfrage-Methodikerin am GESIS – Leibniz-Institut für Sozial­wissenschaften, wurde für ihre Dissertation mit dem Titel „Who Counts? Survey Data Quality in the Age of AI“ (Wer zählt? Die Qualität von Umfragedaten im KI-Zeitalter) mit dem diesjährigen Lorenz-von-Stein-Preis ausgezeichnet. Die Lorenz-von-Stein-Gesellschaft vergibt den Preis jährlich für die beste Dissertation der Fakultät für Sozial­wissenschaften der Universität Mannheim. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

In ihrer Dissertation unter­sucht Leah von der Heyde, ob und unter welchen Bedingungen große Sprach­modelle (Large Language Models, LLMs) in der Umfrageforschung genutzt werden können, indem sie empirische Belege für die Potenziale und Grenzen deren Verwendung im europäischen Kontext liefert. Die Dissertation kommt zu dem Ergebnis, dass LLMs ohne Anpassungen für die Vorhersage und Klassifizierung der öffentlichen Meinung nicht nur hinsichtlich der Genauigkeit, sondern auch hinsichtlich der Effizienz ungeeignet erscheinen.

Die MZES-Projektleiterin Dr. Sandra Morgenstern wurde mit dem diesjährigen Preis der Stiftung von Prof. Dr. Anna und Prof. Dr. Jörg Jiri Bojanovsky ausgezeichnet. Die Bojanovsky-Stiftung fördert Nachwuchs­wissenschaft­ler an der Universität Mannheim im Bereich der empirischen Erforschung sozialer, interindividueller oder kultureller Prozesse. 

Die Sozial­wissenschaft­lerin wurde für ihre Studie „Credibility and/or anxiety – The moderators of political information on migration“ (Glaubwürdigkeit und/oder Angst – Die Moderatoren politischer Informationen zum Thema Migration) ausgezeichnet. Der in der international renommierten Fach­zeitschrift „Social Science Research“ veröffentlichte Beitrag basiert auf Morgensterns Feldforschung in Nigeria im Rahmen ihrer Doktorarbeit. In ihrer Studie überprüft sie mithilfe experimenteller Methoden ein theoretisches Modell aus der Psychologie in der Anwendung auf die politische Soziologie. Ein zentrales Ergebnis ist, dass irreguläre Migration mithilfe von Informations­kampagnen in den Herkunftsländern reduziert werden kann. Entscheidend sind laut Morgenstern jedoch der Inhalt, die vermittelten Emotionen und vor allem die Glaubwürdigkeit der Quelle der Botschaft.

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