Wir trauern um Dr. Martin Brandt

Der Lehr­stuhl für Kognitive Psychologie trauert um Dr. Martin Brandt, der Ende Juli 2026 für uns alle unfassbar plötzlich und völlig unerwartet verstarb.

Seit 2003, also mehr als 20 Jahre, war Dr. Martin Brandt als akademischer Rat am Fach­bereich Psychologie der Universität Mannheim tätig: die längste Zeit davon am Lehr­stuhl von Prof. Dr. Erdfelder, nach dessen Pensionierung 2022 dann an unserem, wobei einige von uns bereits zuvor mit ihm kollegial zusammenarbeiteten. Für uns war Dr. Martin Brandt somit wahrlich ein wertvoller Rat(geber), der seine Erfahrung aus verschiedenen Etappen der Psychologie in Mannheim immer gerne teilte. 

Dr. Martin Brandt forschte zu grundlegenden Fragen der kognitiven Psychologie: Zum einen beschäftigten ihn Repräsentations­modelle des episodischen Gedächtnisses, die er simulierte und mittels empirischer Experimente testete. Zum anderen interessierte er sich auch für das visuelle Kurzzeitgedächtnis und Aufmerksamkeits­phänomene. Er war ein cleverer Experimentalpsychologe mit Blick für kritische und entscheidende Manipulationen, die zwischen verschiedenen Annahmen/Theorien trennen können. 

Für Generationen von Psychologie­studierenden an der Universität Mannheim war Dr. Martin Brandt einer der Ersten, der sie im Studium willkommen hieß und in die Grundlagen des wissenschaft­lichen Arbeitens einführte. Ebenso regelmäßig lehrte er experimentalpsychologische Praktika, in denen er mit einer Klein­gruppe Studierender eine experimentelle Studie durchführte. Sein Enthusiasmus für die kognitions­psychologische Forschung sprang hier schnell über, und einige Studierende verfolgten im Anschluss ein Forschungs­praktikum oder eine Abschlussarbeit unter seiner Betreuung. Regelmäßig nahm er so Studierende, insbesondere auch studentische Hilfskräfte am Lehr­stuhl, wissenschaft­lich „unter seine Fittiche” und publizierte auch Forschungs­arbeiten mit ihnen. 

Auch Kolleginnen und Kollegen nahm Martin „unter seine Fittiche”, war stets ehrlich interessiert an Anderen und gab akademischen wie privaten Rat. „Kurz mit Martin sprechen” dauerte aufgrund seiner humorvollen und freundlichen Art schnell länger und ging durch seine einfühlsamen Rückfragen oft tiefer. Er füllte den Lehr­stuhl mit Leben, war präsent und aktiv und für jeden Spaß zu haben. Besonders herzlich war er, selbst auch Vater, zu den Kindern seiner Kolleginnen und Kollegen, für die er zum Beispiel Rampen für die Spielzeugautos aus Lehr­büchern baute. 

Wir vermissen Dr. Martin Brandt schmerzlich, aber sind umso dankbarer für die Jahre, die er unser Kollege war und uns durch sein großes Wissen, aber insbesondere auch durch sein großes Herz bereicherte.

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