Geringere Sichtbarkeit: Wenn Frauen als Mentorinnen zum Nachteil werden

Wissenschaft­ler*innen, die durch Mentorinnen betreut werden, erhalten weniger Aufmerksamkeit als Mentees von Männern – obwohl sie qualitativ gleich­wertige Arbeit leisten. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie von drei Mannheimer BWL-Forschenden, die kürzlich mit dem Best Paper Prize der Strategic Management Society ausgezeichnet wurde.

Die Betriebs­wirtschaft­ler*innen erklären diesen Unter­schied damit, dass Mentor*innen die von ihnen betreuten Personen unter anderem mit ihrer eigenen wissenschaft­lichen Community vernetzen und ihnen somit ihr Fach­publikum „vererben“. Da die Reichweite von Wissenschaft­lerinnen per se geringer ist als die von Wissenschaft­lern, überträgt sich dies auch auf die Mentees. Die Studie wurde von Prof. Dr. Karin Hoisl, Inhaberin des Lehr­stuhls für Organisation und Innovation, Prof. Dr. Marc Lerchenmüller, Junior­professor für Technologische Innovation und Management Science, sowie Dr. Leo Schmallenbach, Habilitand im Technologie- und Innovations­management, durchgeführt.

„Hierbei spielt weder die Leistung der Mentorin noch die der betreuten Personen eine Rolle. Auch bei gleich­wertiger Arbeits­qualität erhalten Mentees von Männern mehr Sichtbarkeit“, erklärt Hoisl. „Mentees von Frauen erhalten dagegen weniger Aufmerksamkeit – unabhängig davon, ob sie selbst Frauen oder Männer sind.“

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