Estimating the climate change mitigation potential of behavior change interventions
Verhaltensinterventionen sind ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels. Interventionen, die – gemessen an einer standardisierten Effektstärke – wirksamer sind, haben vermutlich ein größeres Potenzial, zur Eindämmung des Klimawandels beizutragen. In diesem Vortrag argumentieren wir, dass die derzeitigen Praktiken bei der Konzeption und Berichterstattung von Interventionen keine ausreichend soliden Belege liefern, um politische Empfehlungen zu den vielversprechendsten Verhaltensinterventionen zur Bekämpfung des Klimawandels zu untermauern. Erstens erläutern wir, warum die Wirksamkeit von Interventionen anhand geschätzter Reduzierungen der Treibhausgasemissionen und nicht anhand standardisierter Effektgrößen bewertet werden sollte. Zweitens ist es aus politikwissenschaftlicher Sicht wichtig, abzuschätzen, inwieweit verschiedene Interventionen prospektiv zur Eindämmung des Klimawandels beitragen können. Zu diesem Zweck stellen wir einen theoretischen Rahmen vor, der verdeutlicht, dass Forscher zur Abschätzung des Potenzials einer Intervention zur Eindämmung des Klimawandels die Wirkung der Intervention, ihre Dauerhaftigkeit im Zeitverlauf sowie ihre Skalierbarkeit auf große und vielfältige Bevölkerungsgruppen berücksichtigen müssen. Diese Determinanten können auf unterschiedliche Weise zusammenwirken, und wir veranschaulichen, wie diese Wechselwirkungen das Potenzial einer Intervention zur Eindämmung des Klimawandels beeinflussen. Wird Lehrstuhl für Konsumentenpsychologie und der ökonomischen Psychologie Die Berücksichtigung nur einer oder mehrerer Komponenten des Rahmenmodells schränkt die Fähigkeit der Forscher ein, die vielversprechendsten Verhaltensinterventionen zu identifizieren. Wir leiten Empfehlungen für die Konzeption und Berichterstattung künftiger Verhaltensinterventionen ab, die es ermöglichen, politische Empfehlungen auf fundiertere Erkenntnisse zu stützen.