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Forschung

Wir forschen zu Lernprozessen mit Bezug zu realen Anwendungen. Weil dabei das Lernmaterial semantisch reichhaltig ist, weil es unterschiedliche Anforderungen stellt und Eigenschaften der Lernenden in die Lernprozesse einfließen, ist Lernen in der Anwendung sehr vielfältig. Unsere Forschungs­fragen reflektieren diese Vielfältigkeit. Hier einige konkrete Beispiele:

  • Wie verändern sich Gedächtnisstrukturen durch intensives Üben und Lernen, und wie wirkt sich das auf kognitive Leistungen aus?
  • Wie lernt man effektiv mit neuen Medien? Welche Rolle spielen dabei Visualisierungen?
  • Können Blickbewegungs­muster Aufschluss über die Fähigkeit zum räumlichen Denken geben?
  • Haben Navigations­systeme einen schädlichen Einfluss auf räumliches Lernen und die Orientierung?
  • Wie können Lehr-Lernumgebungen so gestaltet werden, dass sie theoretisches Wissen und praktische Erfahrungen verbinden?

Auf diesen Seiten erfahren Sie mehr über die Forschungs­fragen, die wir bearbeiten.

Foto: Tim Kühl
Lernen mit Multimedia

Multimediales Lernen zeichnet sich durch das Lernen mit unterschiedlichen Visualisierungen und Texten aus. Aber welche Visualisierungen in Kombination mit welchen Texten sind besonders lernförderlich? Wie kann man Lernende dazu anregen sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen? Welchen Einfluss haben die Lern­voraussetzungen (z.B. räumliche Fähigkeiten; Vorwissen), aber auch die emotionale Gestimmtheit? Und welche Rolle spielen spezielle Charakteristika der Lerninhalte?

Foto: Stefan Münzer
Visualisierung: Räumliche Strukturen, Orientierung und Navigation

Heute lernen wir nicht mehr nur mit Karten, Anatomieatlanten und Schemazeichnungen, sondern mit dynamischen Visualisierungen. Wir betrachten dreidimensionale Modelle auf flexible und interaktive Weise und tauchen in virtuelle Welten ein. Wie lernen wir dabei und welche Rolle spielen räumliche Fähigkeiten dafür?

Foto: Benedict Fehringer
Diagnostik mit Blickbewegungs­daten am Beispiel des räumlichen Denkens

Um die Fähigkeit zum räumlichen Denken effizient zu messen, ist es nützlich, visuelle Lösungs­strategien zu analysieren. Erkennt und vergleicht eine Person systematisch relevante Bildelemente in einer komplexen visuellen Aufgabe? Blickbewegungen könnten hier wertvolle Einsichten geben. Dazu wurde ein neuer Test des räumlichen Denkens entwickelt.

Foto: Lucas Lörch
Lesen der musikalischen Notenschrift

Die musikalische Notenschrift ist eine besondere visuelle Kodierung. Um sie zu lesen, bilden Musikerinnen und Musiker schematische Strukturen im Langzeitgedächtnis aus. Während der Informations­verarbeitung können sie auf diese Gedächtnisinhalte zugreifen. Das erlaubt ihnen, auch komplexe Harmonien und Rhythmen zu entschlüsseln. Diese Prozesse erforschen wir mit Blickbewegungs­analysen und Gedächtnisaufgaben.

Foto: Anne-Sophie Waag
Theorie-Praxis-Reflexion

Mit der „third mission“ halten neue Lehr­formate Einzug in die Universität. Eine davon ist das sogenannte Service Learning. Aber ist Lehre schon erfolgreich, weil sie praxis- und handlungs­orientiert ist und reale Herausforderungen adressiert? Bisherige Forschung zeigt, dass es darauf ankommt, die realen Probleme mit theoretischem Wissen neu zu „sehen“, mit methodischen Werkzeugen zu analysieren und neue Handlungs­optionen zu gewinnen. Diese lernwirksame Theorie-Praxis-Reflexion geschieht nicht von allein.