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Gesellschaft­liche Konflikte und Dynamiken des Parteienwettbewerbs in der Migrations- und Integrations­politik

Das Gelingen der repräsentativen Demokratie hängt davon ab, dass politische Repräsentant*innen die Präferenzen der Bürger*innenschaft hinreichend vertreten (substantielle Repräsentation) und dass die Bürger*innenschaft diese Vertretung auch als zufriedenstellend wahrnimmt (subjektive Responsivität). Dabei tragen politische Parteien als Mittlern zwischen Gesellschaft und politischem System entscheidend zum Erfolg der demokratischen Repräsentation bei. Mit der Politisierung der Zuwanderung im Zuge der sogenannten „Flüchtlingskrise“ sind sie in ihrer Vermittlungs­leistung vor große Herausforderungen gestellt. Die Verarbeitung gesellschaft­licher Konflikte durch die Parteiendemokratie ist scheinbar prekär geworden: Auf der einen Seite sind die Ansichten der Bürger*innen ohne Migrations­hintergrund vielfältiger und kontroverser geworden. Auf der anderen Seite verlangt die politische Integration der zugewanderten Menschen danach, dass auch ihre distinkten Positionen und Repräsentations­forderungen von politischen Akteuren, mithin von den Parteien aufgegriffen werden.

Im Lichte dieser Herausforderungen der Demokratie untersucht unser Forschungs­projekt, inwiefern die Positionen und Themenaufmerksamkeit der Parteien mit Blick auf Integration und Migration die vielfältigen Präferenzen der Bevölkerung abbilden und welche Konsequenzen aus möglichen Repräsentations­lücken für die Unterstützung der Demokratie und die Konfiguration des Parteiensystems resultieren.