Offene Abschlussarbeits­themen

Wenn dich ein Thema interessiert, schreib bitte eine kurze E-Mail an die Ansprechperson unseres Lehr­stuhls Lina-Sofie Kaminski (lina-sofie.kaminski@uni-mannheim.de). Nenne darin deinen Studien­gang, das gewünschte Thema und den geplanten Bearbeitungs­beginn.

Bevor du dich meldest, lies bitte unsere Hinweise zu Abschlussarbeiten.

(Stand der Themenauswahl: Oktober 2026. Turnusmäßig werden halbjährlich neue Themen ausgeschrieben.)

Zeitnahe Abschlussarbeiten:

Die Bachelor­arbeiten zu „Kurzzeitinterventionen zur Behandlung suizidaler Gedanken im Kindes- und Jugendalter“ können zeitnah bearbeitet werden.

Bachelor­arbeiten

  • Wen erreichen Online-Präventions­programme? Charakteristika von Teilnehmenden des Präventions­programms „Talk to me“

    (Datenanalyse, Bachelor): Universelle Präventions­programme stehen vor einem bekannten Dilemma: Sie sind niedrigschwellig und breit verfügbar, erreichen aber nicht zwangs­läufig diejenigen, die am stärksten belastet sind. Für die Bewertung solcher Angebote ist deshalb die Frage nach der tatsächlich erreichten Ziel­gruppe ebenso wichtig wie die nach der Wirksamkeit. „Talk to me“ ist ein frei verfügbares Online-Programm für Studierende mit Modulen zu psychischer Gesundheit, Stressbewältigung, Emotions­regulation und Krisenintervention.

    Die Arbeit soll querschnittlich unter­suchen, wer sich zu diesem Programm anmeldet. Im Zentrum stehen drei Fragen: Wie hoch ist die psychische Belastung der Teilnehmenden im Vergleich zu publizierten Referenzwerten für Studierenden­stichproben? Welcher Anteil verfügt über psychiatrische oder psychotherapeutische Vorerfahrung, und welcher Anteil berichtet nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten? Und wie stehen Belastung, Vorbehandlungs­erfahrung und Einstellung zur professionellen Hilfesuche miteinander in Beziehung?

    Es wurden bereits Querschnittsdaten erhoben. Im Rahmen der Bachelor­arbeit müssen Referenzwerte angemessener Vergleich­sstichproben angeführt und verglichen werden.

  • Stichprobengrößen in der klinischen KiJu: Hürden und Strategien

    (Forschungs­synthese, Bachelor): In der klinischen Forschung mit Kindern und Jugendlichen ergeben sich aufgrund praktischer Hürden oft kleine Stichproben. Vergangene Studien haben aufgezeigt, dass die statistische Power in der klinischen Psychologie oft unzureichend ist (z. B. mittlere Power bei psychotherapeutischen Angstinterventions­studien bei ca. 25%, de Vries et al., 2023). Forschungs­vorhaben, die einer großen Stichprobe, oder einer sehr spezifischen Stichprobe bedürfen, werden teils gar nicht erst begonnen.

    Ziel des Projekts ist es, Handlungs­spielräume zu identifizieren und bewährte Strategien weiter zu verbreiten. In der ersten Arbeit sollen aktuelle Studien bezüglich ihrer Stichprobengröße kodiert und die Forschenden zu Hürden und Strategien bei der Datenerhebung befragt werden. In der zweiten Arbeit sollen (potentielle) Teilnehmende zur Erreichbarkeit über verschiedene Informations­kanäle und zu Teilnahmeanreizen befragt werden.

  • Zusammenhang zwischen selbstberichteter Gesamtzustandsänderung und Veränderungen in NSSV-Charakteristika wie Häufigkeit, Drang und weiteren.

    Es ist nach wie vor unklar, was genau den Schweregrad von NSSV abbildet. Ideen beziehen sich zum Beispiel auf Häufigkeit, Drang oder Methoden-, Stellen-, Funktions­vielfalt und werden in  verschiedenen Studien als Outcomemaße genutzt. Gebraucht wird eine solche Schweregrad-Definition für Unter­suchungen des Verlaufs oder zum Erfolg von Interventionen. Die Arbeit soll im schon vorliegenden Datensatz des STAR-Projekts den Zusammenhang eines Items zur allgemeinen Zustandsverbesserung im Vergleich zum letzten Erhebungs­zeitraum mit NSSV-Charakteristiken unter­suchen. Welche Eigenschaften von NSSV verändern sich zwischen zwei Zeitpunkten, wenn Personen angeben, es ginge ihnen besser vs. es ginge ihnen schlechter.

  • Kurzzeitinterventionen zur Behandlung suizidaler Gedankenim Kindes- und Jugendalter – Welche Interventions­methoden sind wirksam?

    (Literatur­arbeit, Bachelor): Das Kindes- und Jugendalter ist aufgrund der hohen Prävalenz und möglichen langfristigen Folgen eine besonders kritische Phase für Suizidgedanken und suizidales Verhalten. Kurzzeitinterventionen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um den Zugang zu evidenz­basierten Behandlungen für Kinder und Jugendliche mit suizidalem Verhalten zu verbessern. Bisherige Interventionen zielten jedoch selten spezifisch auf die Reduktion suizidaler Gedanken ab oder wurden beispielsweise für den Einsatz nach einem Krisenaufenthalt im stationären Setting entwickelt. 

    Die Abschlussarbeit hat das Ziel, auf Basis einer Literatur­recherche, bisherige Interventions­methoden zur Behandlung von suizidalem Erleben und Verhalten (mit Fokus auf suizidale Gedanken) systematisch zusammenzustellen. 

  • Kurzzeitinterventionen zur Behandlung suizidaler Gedanken im Kindes- und Jugendalter – Wie kann Therapieerfolg erfasst werden?

    (Literatur­arbeit, Bachelor): Das Kindes- und Jugendalter ist aufgrund der hohen Prävalenz und möglichen langfristigen Folgen eine besonders kritische Phase für Suizidgedanken und suizidales Verhalten. Kurzzeitinterventionen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um den Zugang zu evidenz­basierten Behandlungen für Kinder und Jugendliche mit suizidalem Verhalten zu verbessern. Bisherige Interventionen zielten jedoch selten spezifisch auf die Reduktion suizidaler Gedanken ab. Zudem wurden unter­schiedliche Outcomemaße verwendet, um den Behandlungs­erfolg zu erfassen. Dabei wurden nicht immer suizidale Gedanken erfasst bzw. selten die Intensität oder Qualität der Gedanken oder weitere relevante Inhalte (z. B. Selbstwirksamkeits­erleben). Es stellt sich die Frage, welche Outcomemaße den Therapieerfolg von Kurzzeitinterventionen zur Reduktion suizidaler Gedanken erfassen können.

    Die Abschlussarbeit hat das Ziel, auf Basis einer Literatur­recherche, bisherige Outcomemaße zur Erfassung des Therapieerfolgs bei der Behandlung von suizidalem Erleben und Verhalten (mit Fokus auf suizidale Gedanken) systematisch zusammenzustellen.

Master­arbeiten

  • Mitteilung von Suizidalität, Hilfesuch­verhalten und Anbindung an das Versorgungs­system im Vorfeld von Suiziden aus Sicht von Hinterbliebenen

    Zur Verbesserung von Suizidprävention sind Informationen zur Zeit vor einem Suizid nötig. Systematische Daten, wie etwa von Krankenkassen, bilden Kontakte zum Versorgungs­system ab, nicht aber, ob Suizidgedanken mitgeteilt wurden, ob Hilfe gesucht wurde und woran sie scheiterte. Hierzu können Hinterbliebene am besten Auskunft geben.

    In der Arbeit werden dazu Hinterbliebene z. B. aus Selbsthilfe­gruppen befragt (über Fokus­gruppen oder Interviews). Leitfragen sind oder könnten sein: Welches Wissen haben Hinterbliebene bezüglich Hilfesuch­verhalten und -versuche sowie Mittteilung von Suizidgedanken? Über welche Wege und zu welchem Zeitpunkt wäre eine Kontaktaufnahme zumutbar, etwa über Notfallseelsorge oder Rettungs­dienste? Welche Inhalte sind Hinterbliebenen selbst wichtig? Worauf muss bei Durchführung und Begleitung geachtet werden? Die Auswertung erfolgt qualitativ, die Möglichkeit einer quanti­tativen Befragung zu Mitteilung von suizidalen Gedanken oder Hilfesuch­verhalten vor dem Suizid ist ebenfalls möglich.

  • Über­sicht über verfügbare Diagnostische Verfahren im Kindes- und Jugendalter

    (Über­sichtsarbeit, Master): Die klinische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter hat die besondere Herausforderung für die verschiedenen Alters­gruppen und eine große Menge Störungs­bilder angemessene Diagnostik­verfahren bereitzustellen. Hinzu kommt, dass viele Verfahren noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden oder gravierende Limitationen aufweisen.

    Ziel der Arbeit ist es, systematisch Forschungs­lücken aufzuzeigen und die Verfahrensauswahl in der Praxis zu erleichtern. Dafür soll eine grafische Über­sicht über verfügbaren Verfahren entworfen und in R / Shiny umgesetzt werden. Im ersten Schritt soll diese nur beispielhaft für wenige Störungs­bilder ausgefüllt werden. Dabei soll auch die verfügbare Evidenz zur Qualität der Verfahren (v.a. wissenschaft­liche Gütekriterien, Open Access Verfügbarkeit) berücksichtigt werden.

    Diese Arbeit geht mit dem Erwerb vertiefter R-Kenntnisse einher (Programmierung, Shiny, ggplot). Teil der Arbeit ist es, eine überschaubare, eigene, anhand der Über­sicht beantwortbare Fragestellung zu erarbeiten und zu beantworten.

  • Theoretische Modelle von NSSV

    (qualitative Literatur­arbeit, Master): Um die Entstehung und Aufrechterhaltung nichtsuizidalen selbstverletzenden Verhaltens (NSSV) zu erklären, gibt es mehrere theoretische Modelle und konzeptuelle Arbeiten.

    Ziel dieser Arbeit ist es, die relevanten Forschungs­artikel und Bücher als Textdaten zu verstehen und die darin erhaltene Information (insbesondere schematische Darstellungen) mittels qualitativer Forschungs­methoden in ein gemeinsames Framework zu integrieren. So soll der Stand der Theoriebildung sichbar werden, sodass unklare Stellen und  Widersprüche zwischen Arbeiten identifiziert werden können.

    Die Arbeit geht mit dem Erwerb von Kompetenzen qualitativer Forschung (z. B. MAXQDA) einher.