Offene Abschlussarbeits­themen

Kontaktperson: Lina-Sofie Kaminski (lina-sofie.kaminski@uni-mannheim.de)

  • Wen erreichen Online-Präventions­programme? Charakteristika von Teilnehmenden des Präventions­programms „Talk to me“ (Bachelor­arbeit)

    (Datenanalyse, Bachelor): Universelle Präventions­programme stehen vor einem bekannten Dilemma: Sie sind niedrigschwellig und breit verfügbar, erreichen aber nicht zwangs­läufig diejenigen, die am stärksten belastet sind. Für die Bewertung solcher Angebote ist deshalb die Frage nach der tatsächlich erreichten Ziel­gruppe ebenso wichtig wie die nach der Wirksamkeit. „Talk to me“ ist ein frei verfügbares Online-Programm für Studierende mit Modulen zu psychischer Gesundheit, Stressbewältigung, Emotions­regulation und Krisenintervention.

    Die Arbeit soll querschnittlich unter­suchen, wer sich zu diesem Programm anmeldet. Im Zentrum stehen drei Fragen: Wie hoch ist die psychische Belastung der Teilnehmenden im Vergleich zu publizierten Referenzwerten für Studierenden­stichproben? Welcher Anteil verfügt über psychiatrische oder psychotherapeutische Vorerfahrung, und welcher Anteil berichtet nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten? Und wie stehen Belastung, Vorbehandlungs­erfahrung und Einstellung zur professionellen Hilfesuche miteinander in Beziehung?

    Es wurden bereits Querschnittsdaten erhoben. Im Rahmen der Bachelor­arbeit müssen Referenzwerte angemessener Vergleich­sstichproben angeführt und verglichen werden.

  • Zusammenhang zwischen selbstberichteter Gesamtzustandsänderung und Veränderungen in NSSV-Charakteristika wie Häufigkeit, Drang und weiteren (Bachelor­arbeit)

    Es ist nach wie vor unklar, was genau den Schweregrad von NSSV abbildet. Ideen beziehen sich zum Beispiel auf Häufigkeit, Drang oder Methoden-, Stellen-, Funktions­vielfalt und werden in  verschiedenen Studien als Outcomemaße genutzt. Gebraucht wird eine solche Schweregrad-Definition für Unter­suchungen des Verlaufs oder zum Erfolg von Interventionen. Die Arbeit soll im schon vorliegenden Datensatz des STAR-Projekts den Zusammenhang eines Items zur allgemeinen Zustandsverbesserung im Vergleich zum letzten Erhebungs­zeitraum mit NSSV-Charakteristiken unter­suchen. Welche Eigenschaften von NSSV verändern sich zwischen zwei Zeitpunkten, wenn Personen angeben, es ginge ihnen besser vs. es ginge ihnen schlechter.

  • Kurzzeitinterventionen zur Behandlung suizidaler Gedankenim Kindes- und Jugendalter – Welche Interventions­methoden sind wirksam? (Bachelor­arbeit)

    (Literatur­arbeit, Bachelor): Das Kindes- und Jugendalter ist aufgrund der hohen Prävalenz und möglichen langfristigen Folgen eine besonders kritische Phase für Suizidgedanken und suizidales Verhalten. Kurzzeitinterventionen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um den Zugang zu evidenz­basierten Behandlungen für Kinder und Jugendliche mit suizidalem Verhalten zu verbessern. Bisherige Interventionen zielten jedoch selten spezifisch auf die Reduktion suizidaler Gedanken ab oder wurden beispielsweise für den Einsatz nach einem Krisenaufenthalt im stationären Setting entwickelt. 

    Die Abschlussarbeit hat das Ziel, auf Basis einer Literatur­recherche, bisherige Interventions­methoden zur Behandlung von suizidalem Erleben und Verhalten (mit Fokus auf suizidale Gedanken) systematisch zusammenzustellen. 

  • Kurzzeitinterventionen zur Behandlung suizidaler Gedanken im Kindes- und Jugendalter – Wie kann Therapieerfolg erfasst werden? (Bachelor­arbeit)

    (Literatur­arbeit, Bachelor): Das Kindes- und Jugendalter ist aufgrund der hohen Prävalenz und möglichen langfristigen Folgen eine besonders kritische Phase für Suizidgedanken und suizidales Verhalten. Kurzzeitinterventionen stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um den Zugang zu evidenz­basierten Behandlungen für Kinder und Jugendliche mit suizidalem Verhalten zu verbessern. Bisherige Interventionen zielten jedoch selten spezifisch auf die Reduktion suizidaler Gedanken ab. Zudem wurden unter­schiedliche Outcomemaße verwendet, um den Behandlungs­erfolg zu erfassen. Dabei wurden nicht immer suizidale Gedanken erfasst bzw. selten die Intensität oder Qualität der Gedanken oder weitere relevante Inhalte (z. B. Selbstwirksamkeits­erleben). Es stellt sich die Frage, welche Outcomemaße den Therapieerfolg von Kurzzeitinterventionen zur Reduktion suizidaler Gedanken erfassen können.

    Die Abschlussarbeit hat das Ziel, auf Basis einer Literatur­recherche, bisherige Outcomemaße zur Erfassung des Therapieerfolgs bei der Behandlung von suizidalem Erleben und Verhalten (mit Fokus auf suizidale Gedanken) systematisch zusammenzustellen.

  • Mitteilung von Suizidalität, Hilfesuch­verhalten und Anbindung an das Versorgungs­system im Vorfeld von Suiziden aus Sicht von Hinterbliebenen (Master­arbeit)

    Zur Verbesserung von Suizidprävention sind Informationen zur Zeit vor einem Suizid nötig. Systematische Daten, wie etwa von Krankenkassen, bilden Kontakte zum Versorgungs­system ab, nicht aber, ob Suizidgedanken mitgeteilt wurden, ob Hilfe gesucht wurde und woran sie scheiterte. Hierzu können Hinterbliebene am besten Auskunft geben.

    In der Arbeit werden dazu Hinterbliebene z. B. aus Selbsthilfe­gruppen befragt (über Fokus­gruppen oder Interviews). Leitfragen sind oder könnten sein: Welches Wissen haben Hinterbliebene bezüglich Hilfesuch­verhalten und -versuche sowie Mittteilung von Suizidgedanken? Über welche Wege und zu welchem Zeitpunkt wäre eine Kontaktaufnahme zumutbar, etwa über Notfallseelsorge oder Rettungs­dienste? Welche Inhalte sind Hinterbliebenen selbst wichtig? Worauf muss bei Durchführung und Begleitung geachtet werden? Die Auswertung erfolgt qualitativ, die Möglichkeit einer quanti­tativen Befragung zu Mitteilung von suizidalen Gedanken oder Hilfesuch­verhalten vor dem Suizid ist ebenfalls möglich.

  • Diagnostische Verfahren im Kindes- und Jugendalter (Master­arbeit)

    (Über­sichtsarbeit, Master): Es gibt einen hohen Bedarf an (Weiter-)Entwicklung klinisch-diagnostischer Instrumente im Kindes- und Jugendalter. Ziel der Arbeit ist es, vorerst für eine kleine Zahl ausgewählte Störungs­bilder eine systematische Über­sicht über die in deutscher Sprache verfügbare Diagnostikinstrumente im Kindes- und Jugendalter zu erstellen. In interaktiven Grafiken (R / Shiny / ggplot) soll für die Praxis sichtbar werden, welche Optionen es gibt und für die Forschung ersichtlich, wo die größten Entwicklungs­lücken bestehen. Zentrale Eigenschaften der Instrumente (z. B. Stand der Validierung, Verfügbarkeit) sollen ebenfalls berücksichtigt und unkompliziert abrufbar gemacht werden.

  • Theoretische Modelle von NSSV (Master­arbeit)

    (qualitative Literatur­arbeit, Master): Zur Erklärung von nicht-suizidalem selbstverletzendem Verhalten gibt es in der Literatur verschiedene theoretische Arbeiten und schematische Modelle. Diese beschäftigen sich beispielsweise damit, was NSSV kausal verursacht oder welche Funktion NSSV im Leben betroffener Personen hat. Ziel der Arbeit ist es, die Elemente und Aussagen dieser Modelle und Texte mithilfe der Software MaxQDA systematisch zu sammeln und in ein Gesamt-Framework zu integrieren.