Lehrstuhl für Klinische Psychologie, Interaktions- und Psychotherapieforschung

Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab
Fakultät für Sozialwissenschaften
Willy-Brandt-Platz 1
68161 Mannheim
nach Vereinbarung
Corina Aguilar-Raab ist W3-Professorin für Klinische Psychologie, Interaktions- und Psychotherapieforschung an der Universität Mannheim, Direktorin des Institute for Compassionate Awareness and Interdependence Research and Practice (IN-CARE) und Leiterin der Hochschulambulanz für Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppentherapie EPFG. Ihre Forschung verbindet klinisch-psychologische Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Psychotherapieforschung und untersucht insbesondere, wie soziale Interaktionen und Beziehungsprozesse zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung psychischer Störungen beitragen. Sie ist berufenes Mitglied der Sachverständigenkommission beim Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und Vorsitzende des Lehrausschusses Klinische Psychologie und Psychotherapie der Fakultät für Sozialwissenschaften.
Ein zentraler Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Rolle von Mitgefühl und Beziehungsqualität in sozialen Interaktionen. Dabei untersucht sie Mitgefühl sowohl als situativen Zustand (state), als relativ stabile Persönlichkeitseigenschaft (trait) als auch als veränderbare Kompetenz im Rahmen psychologischer und psychotherapeutischer Interventionen. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie mitgefühlsbasierte und andere klinische Interventionen – darunter auf Beziehung fokussierte Methoden wie systemische und psychodynamische Ansätze – auf psychische Gesundheit wirken und über welche psychologischen und psychobiologischen Mechanismen diese Effekte vermittelt werden.
Ihre Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von klinischer Psychologie, sozialer Interaktionsforschung und Psychotherapieforschung. Dabei werden sowohl grundlegende ätiopathogenetische Prozesse psychischer Störungen als auch Wirkmechanismen psychotherapeutischer Interventionen untersucht. Ein besonderes Interesse gilt hierbei der therapeutischen Beziehung und der Entwicklung von Beziehungskompetenz – dazu gehört auch die interpersonelle Emotionsregulation, da diese als zentrale Faktoren für erfolgreiche psychotherapeutische Prozesse gelten.
Methodisch verbindet Prof. Aguilar-Raab experimentelle und naturalistische Ansätze, darunter Ecological Momentary Assessment (EMA), Verhaltens- und Interaktionsanalysen, Eye-Tracking sowie psychobiologische Messverfahren (z. B. Cortisol, Herzratenvariabilität oder immunologische Marker), um soziale Interaktionsprozesse und deren gesundheitliche Auswirkungen in Alltag und Therapie besser zu verstehen.
Neben der Grundlagenforschung entwickelt und evaluiert sie präventive und klinische Interventionen, insbesondere achtsamkeits- und mitgefühlsbasierte Programme sowie interventionsbezogene Ansätze zur Förderung von Beziehungskompetenz. Diese Forschung wird sowohl im klinischen Kontext als auch in Bildungs- und Präventionssettings umgesetzt und evaluiert.
Am Mannheimer Lehrstuhl werden diese Fragestellungen im Kontext der Klinischen Psychologie und Psychotherapie untersucht, mit dem Ziel, sowohl die Ätiopathogenese psychischer Störungen als auch die Wirkweise psychotherapeutischer Interventionen besser zu verstehen, evidenzbasierte Behandlungskonzepte weiterzuentwickeln und dabei in besonderer Weise Studierende des klinisch-psychotherapeutischen Masters in ihrer fachlich-methodischen, personalen und interpersonalen Kompetenzentwicklung zu begleiten und auch diese Prozesse zu erforschen.
Der Lehre und Lehrforschung u. a. im klinisch-psychologisch, psychotherapeutischen Bachelor- und Masterstudiengang kommt am Lehrstuhl in Verbindung mit dem IN-CARE und der Hochschulambulanz EPFG eine große Bedeutung zu: neben einer fundierten, wissenschaftlichen Ausbildung steht die Vermittlung erster diagnostischer und therapeutischer Handlungskompetenzen besonders im Vordergrund. In der folgenden Abbildung sind die Lehraktivitäten nochmals zusammengefasst (siehe weitere Informationen unter LEHRE):

Prof. Aguilar-Raab studierte Psychologie an der Universität Heidelberg, promovierte dort am Universitätsklinikum Heidelberg und habilitierte sich an der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften der Universität Heidelberg. Vor ihrer Berufung nach Mannheim war sie viele Jahre in der klinisch-psychologischen und medizinisch-psychologischen Forschung am Universitätsklinikum Heidelberg – mit Auslandsaufenthalten an den Emory, Arizona und Stanford Universitäten – tätig.
Sie ist approbierte psychologische Psychotherapeutin (tiefenpsychologisch-fundierte und systemische Psychotherapie), ausgebildete Paar-, Familien- und Gruppentherapeutin, zertifizierte Supervisorin, Gruppen- und Ausbildungsleiterin für das Mitgefühlsprogramm Cognitively-based Compassion Training (CBCT®, Emory Universität) – zertifizierte Yogalehrerin (BDY) und leitet einen Weiterbildungsgang zur ehrenamtlichen Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase (Tibethaus Deutschland e. V.).
Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht der Forschungslinien:

Hier kommen Sie über die folgenden Links direkt zu den einzelnen Projekten und Studien: (in Arbeit)
- Mitgefühl verstehen
- Dyadische Mitgefühlsmeditation
- Klimafreundliches Verhalten
- Therapeutische Beziehungskompetenz:
- A) Therapeutische Allianz im Mehrpersonensetting
- B) Therapieprozessforschung
- Ausbildungsforschung: Therapeutische Kompetenzentwicklung – SEREKO
- Ätiopathogenese besser verstehen: Die Rolle von Ambiguitätstoleranz
- Gruppenpsychotherapie: die Rolle der/
s Gruppenpsychotherapeut:in - Herzratenvariabilität in der Psychotherapie



