Ergebnisse der Deutschen Wahlstudie

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige ausgewählte Ergebnisse aus den Befragungen der Deutschen Wahlstudie vorstellen.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Studien veröffentlichen wir zu jeder Bundestagswahl ein Buch in der Reihe „Wahlen in Deutschland“, in dem wir das Wahlergebnis analysieren und die Hintergründe des Wahlkampfs beleuchten. Diese Bücher sind verständlich geschrieben und richten sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an Journalisten, Politiker und politisch interessierte Bürger. 

Einen Überblick über die Bundestagswahl 2009 und deren Hintergründe, sowie verständliche Analysen des Wahlergebnisses finden Sie hier. Das Buch zur Bundestagswahl 2013 finden Sie hier.

 

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Ergebnisse der Deutschen Wahlstudie zur Bundestagswahl 2013

Zur Bundestagswahl 2013 haben wir vor und nach der Bundestagswahl eine Befragung mit jeweils ungefähr 2.000 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Aus diesen Befragungen haben sich einige sehr interessante Ergebnisse zur Wahrnehmung des Wahlkampfs und des Ausgangs der Bundestagswahl sowie zur Veränderung der Ansichten der Deutschen zur nationalen und internationalen Politik ergeben. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige ausgewählte Ergebnisse vorstellen. Für weitere Ergebnisse und Hintergrundberichte haben wir zudem eine umfangreichere Broschüre verfasst, welche ebenfalls Ergebnisse aus weiteren Befragungen beinhaltet. Diese Broschüre können Sie hier herunterladen. Wenn Sie die Broschüre jedoch nach Hause geschickt haben möchten, können Sie gerne eine E-Mail an wahlstudie@uni-mannheim.de schicken oder sich mit Hilfe des Kontaktformulars an uns wenden. Wir senden Ihnen die Broschüre dann schnellstmöglich zu.

Ausführlicher Ergebnisbericht der Deutschen Wahlstudie 2013 (pdf)


Ausgewählte Ergebnisse der Befragungen 2013 bis 2016

1. Wahlabsichten zwischen 2013 und 2016

2. Angela Merkel im Profil

3. Migration und Integration nach Deutschland

 

Hier können Sie zudem einige ausgewählte Ergebnisse aus früheren Befragungen einsehen

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung 2013

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung im Herbst 2012

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung im Herbst 2011

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung im Frühjahr 2011

Ausgewählte Ergebnisse der Befragung 2009

 

 

1. Wahlabsichten zwischen 2013 und 2016

In Folge der Bundestagswahl 2013 bildeten die CDU/CSU und die SPD, wie auch 2005, eine Große Koalition. Diese Koalition verfügt über die übergroße Mehrheit aller Abgeordneten im Bundestag (79,8 %), wobei nur die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken die Opposition stellen. Sowohl die AfD als auch die FDP verfehlten den Einzug in den Bundestag.
Im Laufe der letzten drei Jahre haben sich durch die Flüchtlingskrise, dem Erstarken der AfD als auch der schwelenden Euro-Krise gravierende Änderungen in den Wahlabsichten der Bevölkerung ergeben. So befragten wir die Teilnehmer in der Befragung 2013, für welche Partei sie sich in der Bundestagswahl entschieden. Für die Befragungen 2014, 2015 und 2016 erhielten die Befragten die hypothetische Frage, welche Partei sie wählen würden, wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Wie aus Abbildung 1 ersichtlich, verlieren sowohl die CDU/CSU als auch die SPD seit 2013 stark an Unterstützung, wobei die CDU/CSU den größten Rückgang verzeichnen muss. Die „kleinen“ Parteien gewinnen im Gegensatz hierzu seit 2013 stetig an Zustimmung. Bündnis 90/Die Grünen steigern ihre Unterstützung auf 16 % in der Befragung der Deutschen Wahlstudie im Jahr 2016. Die AfD kann im Vergleich zu 2013 ihren Stimmenanteil von knapp 4 auf 11 % fast verdreifachen und auch die FDP würde mit 9 % den Wiedereinzug in den Bundestag ohne Probleme schaffen. Lediglich bei Der Linken scheinen die Werte zu schwanken. Obwohl sie zunächst auch an Unterstützung gewann, sind die Zustimmungswerte bei der Befragung 2016 auf die ursprünglichen 12% zurückgefallen.
Zusammenfassend kann beobachtet werden, dass die beiden Volksparteien seit der Bildung der neuen Großen Koalition stetig an Unterstützung verlieren, wobei fast alle kleineren Parteien von diesen Verlusten profitieren können.

Abbildung 1: Veränderung der Wahlabsichten zwischen 2013 und 2016

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2. Angela Merkel im Profil

Seit der Flüchtlingskrise 2015 und der Entscheidung von Angela Merkel, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, findet eine deutliche Polarisierung in der Wahrnehmung der Kanzlerin statt. So findet ihre Entscheidung sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Um zu veranschaulichen, wie sich die Unterstützung für Angela Merkel seit 2013 verändert hat, befragen wir dieselben Befragten jedes Jahr, wie sie die Kanzlerin auf einer Skala von 1 (sehr negativ) bis 11 (sehr positiv) einschätzen.
Wie in Abbildung 2 ersichtlich, befinden sich die Zustimmungswerte gegenüber Angela Merkel 2013 und 2014 auf einem relativ stabilen, hohen Zustimmungsniveau. 2015 zeigt sich jedoch ein enormer Rückgang der Unterstützung gegenüber der Kanzlerin – im Vergleich zu 2014 verliert sie im Mittel fast 2 Punkte an Zustimmung. Die Ergebnisse der Befragung 2016 zeigen jedoch eine erneute Zunahme an Unterstützung für Angela Merkel, ihre Zustimmungswerte erreichen fast die von 2013. Durch die Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und der Türkei kommen derzeit kaum noch Flüchtlinge nach Deutschland, könnte das der Grund für die zunehmende Unterstützung sein? Interessant wird es zu sehen, wie sich die Einstellungen gegenüber Merkel in den kommenden Monaten bis zur Bundestagswahl verändern werden – bleiben ihre Zustimmungswerte weiterhin hoch oder wird sie doch für ihre vergangenen Entscheidungen abgestraft?

Abbildung 2: Veränderung der Bewertung Angela Merkels zwischen 2013 und 2016

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3. Migration und Integration nach Deutschland

Durch die Flüchtlingsströme im letzten Jahr, mit etwa einer Millionen Zuwanderern, wird der deutschen Bevölkerung immer mehr bewusst, dass sich Deutschland zu einem Zuwanderungsland verändert hat. Diese Veränderung verlangt von jedem Einzelnen eine Einordnung, wie Zuwanderung und Integration in Deutschland geregelt werden sollen.
In den folgenden beiden Abbildungen (3 und 4) ist die Verteilung der Einstellungen gegenüber einer offeneren oder strikteren Zuwanderungspolitik vor und während der Flüchtlingskrise dargestellt. So zeigt sich, dass 2013 knapp ein Viertel der Befragten der Deutschen Wahlstudie den Zuzug von Ausländern erleichtert möchte, wobei knapp 40 % eine Erschwerung der Zuwanderung wünschen.

Abbildung 3: Einstellungen zu Migration 2013

Während der Flüchtlingskrise 2015 ändern sich diese Einstellungen fundamental. Nun verlangt über die Hälfte der Befragten eine Begrenzung der Zuwanderung nach Deutschland. Lediglich 20% unterstützen eine Erleichterung der Zuwanderung nach Deutschland. Der Anteil derjenigen, die keine eindeutige Meinung zu diesem Thema besitzen, verringert sich um 11 Prozentpunkte. So zeigt sich, dass 2015 knapp drei Viertel der Befragten eine eindeutige Meinung zu diesem Thema besitzt, wobei die übergroße Mehrheit derjenigen Zuwanderung ablehnen.

Abbildung 4: Einstellungen zu Migration 2015
 

Da auf eine Zuwanderungswelle eine irgendwie geartete Integrationsleistung erfolgen muss, um den gesellschaftlichen Frieden zu erhalten, haben wir unsere Befragten sowohl 2013 als auch 2015 gefragt, ob sich Zuwanderer an die deutsche Kultur anpassen sollen (Abbildungen 5 und 6).
2013 zeigt sich, dass knapp zwei Drittel der Deutschen eine Anpassung von Zuwanderern an die deutsche Kultur wünschen, nur 13 % wünschen dies nicht. Über 20 % der Bevölkerung stimmen dieser Aussage nur teilweise zu.

Abbildung 5: Integration von Zuwanderern 2013

Zwei Jahre später zeigt sich eine Verschärfung dieser Einstellung gegenüber Zuwanderern. Nun fordern 70 % der Befragten eine Anpassung an die deutsche Kultur. Einen Verzicht auf die Anpassung würden nur noch 6 % akzeptieren. Zusammenfassend zeigt sich, dass die Befragten der Deutschen Wahlstudie mehrheitlich eine weitergehende Zuwanderung ablehnt und von den bisher Eingereisten höhere Integrationsbemühungen erwartet.

Abbildung 6: Integration von Zuwanderern 2015